Erreger- und Resistenzinformation gemäß Fachinformation in Deutschland

Antibiotikaresistenzen nehmen weltweit zu und erschweren die Behandlung bakterieller Infektionen. Für wirksame Therapieentscheidungen benötigen Sie als Ärztinnen und Ärzte daher aktuelle, verlässliche und gut zugängliche Informationen zur Resistenzsituation in Deutschland.

Resistenzdaten zu zugelassenen Antibiotika finden Sie in Abschnitt 5.1 der Fachinformation. Diese Informationen bilden jedoch nicht immer die aktuelle Resistenzsituation ab.

Hier werden Resistenzanteile für verschiedene Erreger-Antibiotika-Kombinationen auf Basis aktueller Daten aus der Antibiotika-Resistenz-Surveillance dargestellt. Diese Daten sollen Sie dabei unterstützen, relevante Resistenzinformationen für Ihre Therapieentscheidung schneller zu finden.

Die Resistenzanteile werden entsprechend der Darstellung in den Fachinformationen in Kategorien eingeteilt: < 10 %, 10 - 50% und 50 %. Intrinsisch resistente Erreger werden in dunkelrot gekennzeichnet. Wenn für eine Erreger-Antibiotika-Kombination nicht ausreichend Daten vorliegen, wird dies in grau angezeigt.

Zusätzlich sollte bei der Auswahl eines Antibiotikums auch das Potenzial für die Entwicklung weiterer Resistenzen berücksichtigt werden. Die Weltgesundheitsorganisation hat hierfür die AWaRe-Klassifikation entwickelt. Im Datentool sind die Antibiotika entsprechend markiert:

  • Access: Antibiotika dieser Gruppe sollen, sofern geeignet, bevorzugt eingesetzt werden.
  • Watch: Antibiotika dieser Gruppe sollen gezielt und mit besonderer Zurückhaltung eingesetzt werden.
  • Reserve Diese Antibiotika sind Mittel der letzten Wahl und sollen nur in besonderen Situationen verwendet werden.
  • §35a-Reserveantibiotika In Deutschland gibt es zusätzlich eine Definition von Reserveantibiotika nach § 35 SGB V. Diese Substanzen sind im Datentool als Reserve-§35a gekennzeichnet.

Die AWaRe- bzw. §35a-Klassfikation, den Resistenzanteil mit Konfidenzintervall sowie die Anzahl der Isolate werden angezeigt, wenn der Mauszeiger über einer Erreger-Antibiotikum-Kombination platziert ist.

Eine ausführliche Beschreibung des Datentools, der Datengrundlage und der verwendeten Methoden finden Sie im Methodenbereich.

Unsere Bitte: Speichern Sie sich das Datentool als Lesezeichen und wägen Sie vor jeder Verordnung ab, ob ein Antibiotikum tatsächlich erforderlich ist.

Wir danken den an der Antibiotika-Resistenz-Surveillance teilnehmenden Laboren für ihren Beitrag zur Surveillance und damit zur Verbesserung der Patientenversorgung in Deutschland. Ebenso danken wir dem Bundesministerium für Gesundheit für die Förderung von AntibioResDE (07/2023-06/2026), einem Gemeinschaftsprojekt des Robert Koch-Instituts und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.